Kommentar zur IAA-Eröffnung Generell systemrelevant

Angela Merkel hat die IAA eröffnet. Dabei kam ihr Versprechen, die deutsche Autoindustrie beim Wettlauf in der Batterieentwicklung zu unterstützen. Doch die Botschaft ist fatal. Denn die deutschen Autobauer dürfen für ihre Schläfrigkeit nicht belohnt werden.

News.de-Redakteur Sascha Gorhau. (Foto)
Bild: news.de

Liebe Angela Merkel,

welche Freude, als Du gestern die IAA in Frankfurt eröffnet hast. Du hast gestrahlt und das gemacht, was Du schon immer am besten konntest: moderieren und präsentieren. Vor allem, was für ein tolles Team ihr seid, die Automobilbranche und Du.

Gerade mit dem Forster Carl-Peter von Opel bist Du ganz dicke. Du setzt Dich in den neuen Astra, sagst wie toll der ist und ihr könnt beide um die Wette strahlen. Wenn da mal nicht der Steinmeier Frank-Walter vor lauter Harmonie eifersüchtig wird.

Industrie und Fachpublikum hast Du beschworen: Das Schlimmste ist vorbei, und bestimmt geht`s ab jetzt wieder aufwärts. Denn ihr habt die Zeichen der Zeit längst erkannt: Summ summ hui, brumm brumm pfui. Der Elektroantrieb soll es richten für das Autoland BRD. Du sagst, dass der Wettlauf um die Entwicklung der dafür notwendigen Batterien der «Jackpot» der Zukunft sei. Dieses «nationale Anliegen» würde die Regierung auch großzügig finanziell unterstützen. Dumm nur, dass die Ingenieure aus Asien den vor zwölf Jahren bereits geknackt haben. Deshalb haben sie jetzt einen Entwicklungs- und Erfahrungsvorsprung von mehr als einem Jahrzehnt.

Angela, Deine Botschaft ist eindeutig: Liebe teutonische Autohersteller, ihr seid systemrelevant! Und für uns als Autonation seid ihr so wichtig, dass die Deutschland AG bereitwillig ihre Taschen öffnet, wenn ihr mal wieder eure Hausaufgaben nicht gemacht habt.

Der Wissmann Matthias vom VDA und seine Freunde hören das gern. Deshalb wandelst Du auch über eine rosafarbene Wunderwelt aus Seide, wenn Du Deinen Messerundgang bestreitest. Alle lächeln Dich an und Du freust Dich zurück. Dann kommst Du an den Stand von Bosch und fast wäre die Seifenblase geplatzt. Beinahe nämlich wäre Dir die Kinnlade heruntergefallen, weil Du erfahren hast, dass eine Batterie noch bis zu 12.000 Euro kostet. So teuer! Fast wäre aufgekommen, dass Du im Grunde von den technischen Herausforderungen und Problemen der Branche keine Ahnung hast.

Aber Dein Pauschalversprechen zur Unterstützung hast Du gegeben. Doch wer weiß: Vielleicht ist der verlassene Frank-Walter so eifersüchtig, dass er im Wahlkampf zur Höchstform aufläuft und Dich bei der Bundestagswahl aus dem Kanzleramt schrödert. Und ihr wart doch so glücklich...

kas/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig