Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Wirkungslos und überschätzt: Eine ADAC-Studie spricht den Umweltzonen ihren Nutzen ab. Umweltschützer widersprechen: Die Studie liefere keinerlei neue Erkenntnisse.
Umweltzonen sind gut für die Umwelt und verbessern die Luft in urbanen Ballungszentren. So die landläufige Ansuicht. Der ADAC allerdings stellt dies infrage.
Laut einer Untersuchung des Automobilclubs verfehlen Umweltzonen nämlich ihren Effekt. Grundlage der Analyse ist ein Vergleich der Konzentrationen von Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) in verschiedenen Städten mit, beziehungsweise ohne Umweltzone.
«Die erwartete Verbesserung der Luftqualität durch die Einführung von Umweltzonen ist nachweislich nicht eingetreten», heißt es in der Studie. Schlimmer noch: Die stinker-befreiten Zonen hätten drei handfeste Nachteile. Einen hohen Verwaltungsaufwand, eine eingeschränkte Mobilität für die Bürger und nicht zuletzt Zusatzkosten für die Autofahrer. Die Maßnahme sei «unverhältnismäßig».
Der Automobilclub fasst zusammen: «Fahrverbote für Pkw als Maßnahme zur Luftverbesserung sind nicht sinnvoll.» Der ADAC fordert deshalb eine Abschaffung der Umweltzonen. In den trotzdem betroffenen Städten sei es vonnöten, die Wirksamkeit der Maßnahme regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls wieder abzuschaffen.
Der BUND für Umwelt und Naturschutz bezweifelt die Aussagekraft der Studie. «Umweltzonen alleine bringen nicht genug, um die Grenzwerte einzuhalten; das hat man auch schon vorher gewusst. Die Studie belegt überhaupt nichts», meint Werner Reh vom BUND. Viel wichtiger sei ein stimmiges Gesamtpaket verschiedener Maßnahmen. Nur das könne die Umweltbelastung spürbar senken.
Das Motto sei vielmehr: «Kleinvieh macht auch Mist». So sind beispielsweise ungefilterte Baumaschinen ein Umweltverschmutzer, der sich weitgehend außerhalb des öffentlichen Bewusstseins befindet. Auch die Verbesserung der Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs für Berufstätige zu Stoßzeiten ist ein weiterer Mosaikstein.
Werner Reh: «Die heutigen Umweltzonen mindern die Gesamtbelastung in den Städten um etwa 10%. Berlin schafft das beispielsweise ab 2010, wenn Diesel ohne Rußpartikelfilter aus den Städten verbannt werden. Flächendeckendes Tempo 30 in den Städten würde zusätzlich fünf-sechs Prozent bringen.» Der BUND spricht sich für die Umweltzone als unabdingbaren Grundbaustein für saubere Innenstädte aus.
Der Berliner Senat ist ebenfalls vom Konzept der Umweltzonen überzeugt. Im Mai legte er eine eigene Studie vor, welche die Wirksamkeit der Berliner Umweltzone als Ergebnis hatte: So seien seit Einführung der Maßnahme mehr als 70 Prozent aller Pkw und rund 55 Prozent aller Lkw ohne Plakette von den Berliner Straßen verschwunden. Der Ausstoß von Dieselruß sei um 24 Prozent vermindert worden, so die Untersuchung weiter. Die Feinstaubbelastung sei um knapp drei Prozent gesunken.
ADAC und Umweltverbände streiten seit Langem über die Wirksamkeit von Umweltzonen. Mit seiner jüngsten Studie ging der Automobilclub erneut in die Offensive. Gleichzeitig sperren immer mehr deutsche Großstädte alte Fahrzeuge mit hoher Umweltbelastung aus ihren Zentren aus. Zuletzt führte Augsburg zum 1. Juli den Umweltgürtel ein.
fme
Tja, da können die erstmal bei den Polizeiwagen anfangen bis hin zur Stadtreinigung. Denn diese Rußschleudern haben bis heute noch keine Grüne Plakette und bekommen ne extra Wurst.. Aber der Bürger soll blechen !! Unfassbar
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