Von Sascha Gorhau
Wer kauft bitte einen Opel für 45.000 Euro? Der neue Insignia OPC wird nicht gebaut, um hohe Stückzahlen abzusetzen: Das Rüsselsheimer Flaggschiff soll Technologie- und Imageträger sein und die Marke in der Premium-Klasse positionieren. Das könnte klappen.
Passt ein Opel Insignia OPC (Opel Performance Center) in diese Zeit, ins Modellprogramm von Opel? Ein Auto mit 325 PS und einem Spritverbrauch, der ziemlich sicher zwischen 10 und 15 Litern liegen wird? Ja.
Denn der Rüsselsheimer wird nicht gebaut, um Absatzrekorde zu brechen. Auf Nachfrage bestätigte Opel: Der Anteil von leistungsstarken OPC-Fahrzeugen am Gesamtverkauf beträgt gerade einmal ein Prozent.
Deshalb fällt der Umweltfaktor auch weniger ins Gewicht. Natürlich verbraucht der OPC viel. Das ist sicherlich nicht erstrebenswert. Aber für die Umweltbilanz der Gesamtflotte spielt dies keine Rolle.
Dafür sind die Volumenmodelle, die Verkaufsschlager der Marke, verantwortlich. Und das sind neben dem Kleinwagen Corsa die Insignia-Einstiegsmodelle, oft als Diesel. Deren Verbrauch bewegt sich zwischen sechs und sieben Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer.
Im Mittelpunkt beim Insignia OPC steht vielmehr seine Funktion als Image- und Technologieträger. Beim «OPC Race Camp» am Nürburgring führen die Rüsselsheimer Rennfahrer-Castings durch. Die Nachfrage ist riesig – 22.000 Teilnehmer wollten ins Opel-Team. Sie alle sind vom Leistungspotenzial und der Konkurrenzfähigkeit der Marke überzeugt.
Der Sport-Insignia soll eine neue Ära einläuten und Opel in der Premium-Liga in einer Reihe mit Audi, BMW und Mercedes positionieren. Der Wagen soll Emotionen wecken und den Wert der Marke erhöhen. Das geht nur mit einem Fahrzeug, das sich mit der Konkurrenz auf Augenhöhe befindet – im Hinblick auf Leistung, im Hinblick auf die Fahreigenschaften, im Hinblick auf die Optik.
Der Rüsselsheimer hat gute Chancen, gegen die Konkurrenz zu bestehen. Er hat das Hauptmanko seines Vorgängers, des OPC-Vectra, erfolgreich behoben: den Vorderradantrieb. Nun bringt der Insignia seine Kraft mit vier Rädern auf die Straße. Damit verbessern sich Handling und Fahreigenschaften, Beschleunigungswerte und Leistungsentfaltung.
Die Faktoren also, die für eine sportliche Limousine mit mehr als 300 PS relevant sind. Außerdem sind die Einstiegspreise deutlich günstiger als bei den Konkurrenzmodellen aus Baden-Württemberg und Bayern.
Der Insignia OPC ist der richtige Opel zur richtigen Zeit – pünktlich zum zehnten Geburtstag des Opel Performance Centers in diesem Jahr.
kab/hav