BMW 750i xDrive Halb richtig

Halb richtig (Foto)
Endlich Allrad-Technologie für den BMW 7er. Doch wo bleiben nur die Diesel? Bild: news.de

Viele Fahrer eines 7er-BMW wünschen sich schon lange Allradantrieb. Mit bayerischem Sturschädel ließ man sie zur Konkurrenz abwandern. Jetzt präsentieren die Münchner endlich den Allrad-7er - und haben das Wichtigste vergessen: einen starken Diesel.

Finanzstarke Kunden aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz können aufatmen: Mercedes S-Klasse 4matic und Audi A8 quattro bekommen ab September die längst fällige Allradkonkurrenz aus München.

Der im vergangenen Herbst erfolgreich gestartete 7er BMW läuft künftig auch mit Schwung auf allen Vieren - zumindest die Achtzylinder-Modelle 750i und 750iL. Zu Preisen von 96.800 und 100.800 Euro ist der 750er als xDrive zu bekommen.

Alles Benziner: Weil der Hauptmarkt für die Allrad-Siebener nicht in den Alpen, sondern in Nordamerika ist, bleiben Allrad-Diesel bis auf weiteres außen vor. Nicht nur dem besonders in Deutschland sehr beliebten BMW 730d bleibt der xDrive daher vorenthalten sondern auch dem neuen, ebenfalls ab September verfügbaren BMW 740d.

Dank doppelter Turboaufladung mit variablen Schaufeln leistet der sogar 306 PS und ab 1.500 U/min ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der Zwei-Tonnen-Diesel aus Bayern in 6,4 Sekunden. Durchschnittlich soll er sich trotz 250 km/h Spitze mit 6,9 Litern zufrieden geben.

Wo würde der xDrive besser passen? Stattdessen kommen allein die Kunden des 407 PS starken BMW 750i ab Herbst in den Genuss des Allradantriebs mit variabler Momentenverteilung.

«Im Normalbetrieb auf gerader Strecke gelangen beim xDrive-Modell 40 Prozent der Leistung nach vorn und 60 Prozent nach hinten», erklärt Fahrwerksentwickler Albin Dirndorfer die Vorzüge des Konzept, das den 7er rund 80 Kilogramm schwerer macht. «Zum ersten Mal bieten wir bei BMW den Allradantrieb in einer Luxuslimousine an.»

Die Technik macht den 7er besonders dynamisch. Bereits im stabilen Fahrzustand wird die Vorderachse entlastet. Heißt: «Nicht erst beim Eintritt in einen instabilen Fahrzustand wird die Leistung zwischen den Achsen variiert, sondern bereits bei der Einfahrt in eine Kurve reduziert sich die Motorkraft an der Vorderachse auf 20 Prozent», sagt Dirndorfer. «Der Wagen untersteuert weniger und ist beim Einlenken sehr neutral.»

Davon kann man sich schon nach ein paar Eingewöhnungsrunden auf dem Handlingkurs überzeugen. Selbst bei nasser Fahrbahn hat man keine Probleme, die Kurve wie auf Schienen zu durchlaufen und am Kurvenausgang ohne großes Heckschwänzeln heraus zu beschleunigen. Auch bei ausgeschalteten Regelsystemen bleibt das Heck dort, wo es hingehört.

Immer im Gepäck dabei hat der Allradantrieb den Wankausgleich Dynamic Drive, der die Seitenneigung in schnellen Kurven reduziert. Nicht zu bekommen ist bis auf weiteres die Kombination aus xDrive, Aktivlenkung und mitlenkender Hinterachse. Da der Bauraum eng und die Kosten hoch wären, wird nichts daraus.

Das gilt auch für das aktive Hinterachsdifferenzial Dynamic Performance Control, das die Leistung variabel zwischen den beiden Rädern der Hinterachse verteilt. DPC bleibt bis auf weiteres dem X6 vorbehalten. Wie lange man den europäischen Dieselkunden den Allradantrieb vorbehalten kann, bleibt ungewiss.

Die Konkurrenz der jüngst überarbeiteten Mercedes S-Klasse und des im Winter neu auf den Markt kommenden Audi A8 bietet die Antriebskonzepte 4matic und quattro seit langem mit Erfolg auch bei den Selbstzündern der Dreiliterliga an.

BMW sollte mit einem 730d xDrive oder dem leistungsstarken 740d xDrive schleunigst nachlegen. Sonst fährt man ausgerechnet in der Heimat der Allrad-Konkurrenz nur hinterher.

sgo/mat

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