Autos statt Teile
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Deutschlands Neuwagenhändlern könnte der Wind bald noch rauer ins Gesicht wehen. Die Werkstattkette A.T.U. drängt in den Autohandel. In 50 der rund 600 deutschen A.T.U.-Filialen wurden bereits Verkaufsecken eingerichtet. Nur: Kaum jemand weiß davon.
Im Großraum Berlin gingen gleich neun Verkaufsfilialen an den Start; in Hamburg sind es vier, und eine größere Verkaufsfilialdichte gibt es auch im Südwesten der Republik. Die Werkstattkette A.T.U. will mit dem Neuwagengeschäft neue Umsätze generieren.
Genau genommen ist man aber nur der Vermittler. Eigentlicher Verkäufer der EU-Neuwagen und EU-Kurzzulassungen ist Delta-Car, ein Großhändler aus der Schweiz, der seinen Autos über rund 150 große Händler in vielen Ländern der EU bezieht.
Kunden profitieren dabei von der Tatsache, dass ein und dasselbe Fahrzeugmodell auf den verschiedenen Märkten Europas zu ganz unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Die Differenzen sind teilweise beträchtlich.
«Durch die Kooperation mit Delta-Car können wir Neuwagen mit Rabatten von bis zu 35 Prozent im Vergleich zum Händler-Listenpreis in Deutschland anbieten», sagt A.T.U.-Sprecher Markus Meißner. Rund 20.000 Neuwagen von über 30 Herstellern stehen derzeit in der Delta-Datenbank und wären damit auch für Kunden der Werkstattkette verfügbar.
In Kooperation mit den Schweizern bietet A.T.U. einen umfangreichen Service an, von der markenübergreifenden Neuwagen-Konfigurierung und Angebotserstellung über Finanzierung bis zur Erledigung der Zulassungsformalitäten. Auch die Inzahlungnahme des Gebrauchtwagens gehört zum Leistungsspektrum.
Von dem Einstieg ins Neuwagengeschäft verspricht sich A.T.U. offenbar eine Menge. Vor allem ließe sich damit eine interessante Klientel in die eigenen Filialen locken - zahlungskräftige Neuwagenkunden, die ihr junges Auto bislang zumeist von einer Markenwerkstatt checken, warten und pflegen lassen.
Bisher allerdings blieb A.T.U.s Einstieg ins Neuwagengeschäft beinahe unbemerkt. Lediglich die Website informiert über die erweiterte Produktpalette und über die Standorte der Verkaufsfilialen. Die große Werbetrommel hat das Garagennetzwerk noch nicht gerührt. Denn noch befindet sich das Projekt in der Testphase.
Ob die EU-Auto-Vermittlung in der Werkstattkette Zukunft hat, darüber will man erst in einigen Monaten entscheiden. Gibt die Führungsriege grünes Licht, sei eine Ausweitung des Vermittlungsservices auf alle 600 Filialen «durchaus denkbar».
Zusätzliche Profis für den Verkauf will das Unternehmen für seinen neuen Geschäftsbereich aber nicht rekrutieren. «Viele Verkäufer in unseren Filialen sind gelernte Autoverkäufer», sagt Meißner. «Auf die greifen wir jetzt natürlich gern zurück.»
Die ersten 150 Mitarbeiter hat die Werkstattkette aber schon mal in einer viertägigen Schulung auf die neuen Aufgaben vorbereitet. Das komplizierte IT-Handling – von der Fahrzeugkonfigurierung über die Offerte bis zum Kaufvertrag – will geübt sein. Und das sollen die Teams in den 50 Testfilialen jetzt erst einmal in aller Ruhe tun können.
sgo/car
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