Der Deutschen Lieblingslappen
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Von Denise Donnebaum
Artikel vom 18.04.2009
Zum runden Geburtstag des Führerscheins können Interessierte eine Ausstellung im Düsseldorfer Meilenwerk besuchen. Der Werdegang der von Kaiser Wilhelm II. eingeführten Fahrerlaubnis ist untrennbar mit der Reglementierung der Mobilität verknüpft.
Über Frauen am Steuer gibt es unzählige Witze. Das Misstrauen über die Fahrkünste der Damen ist in Deutschland historisch verwurzelt: Bis in die späten 1950er musste eine Frau ihren Gatten um Erlaubnis bitten, wenn sie den Führerschein machen wollte. Das Thema «Frau und Auto» ist ein Teil der facettenreichen Geschichte des deutschen Führerscheins, der im Mai 100 Jahre alt wird.
Wer einmal einen historischen Führerschein ansehen oder in den Lehrbüchern der «Chauffeur-Schulen» blättern möchte, kann von Samstag (18. April) an die Ausstellung «Hundert Jahre Führerschein» im Düsseldorfer «Meilenwerk» besuchen. In dem ehemaligen Lokschuppen können Neugierige bis Ende Mai bunte Exponate und Verkehrsfilme bestaunen.
Bevor der Führerschein eingeführt wurde, setzten sich «Automobilisten» noch mit einem «Prüfungsattest für Explosionsmotoren» oder einer «Chauffeur-Befähigung» ans Steuer. Die Gültigkeit dieser Dokumente war allerdings auf einzelne Fürstentümer beschränkt - das Chaos entsprechend groß.
Wer mit seinem Auto in eine benachbarte Provinz fuhr, wurde nicht selten verhaftet. Erst mit dem «Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen» führte der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., am 3. Mai 1909 eine landesweit gültige Fahrerlaubnis ein. Er nannte sie «Führerschein».
Aus dem großen grauen «Lappen» wurde 1986 ein rosafarbener, aus Papier schließlich Plastik. Der heutige EU-Führerschein hat nur noch Scheckkarten-Format. Einen Waschgang übersteht das handliche Plastikstück nun sicher - doch die Nostalgie, mit dem das Dokument einst behaftet war, scheint dahin.
Unzählige Partys wurden durch die Präsentation von Führerschein-Fotos bereichert. Doch allmählich haben etliche Autofahrer ihre Jugendbildnisse, auf denen sie als bärtige Männer oder langhaarige Frauen lachten, ersetzt. In den nächsten Jahren werden Führerscheinfotos den gleichen strengen Regeln unterliegen wie Passbilder.
Ein Leben lang mit dem gleichen Lappen - das soll es ab 2013 nicht mehr geben. Führerscheine, die von diesem Zeitpunkt an ausgestellt werden, müssen regelmäßig erneuert werden.
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