Mi., 16.05.12

Nachwuchsproblem 11.11.2008 Führerscheinregel bremst junge Helfer aus

Führerscheinregel bremst junge Helfer aus (Foto)
Neuer Führerschein, neue Probleme: Novizen dürfen nicht ans Steuer schwerer Rettungsfahrzeuge. Bild: dpa

Von Heiko Haupt

Große Probleme nahen oft unerwartet. Das gilt zum Beispiel für Rettungskräfte und das Thema Führerschein. Das Problem besteht darin, dass Fahrzeuge für Rettungseinsätze oder den Katastrophenschutz oft das Format und das Gewicht richtiger Lkw haben.

Während das für Besitzer des alten Führerscheins der Klasse 3 keinerlei Anlass zur Sorge darstellt, müssen junge Hilfskräfte mit frischer Fahrerlaubnis draußenbleiben - die dürfen solche Gefährte nämlich gar nicht mehr lenken.

3,5 Tonnen ist die Obergrenze für Autofahrer mit aktuellem EU-Führerschein der Klasse B. Sie entspricht vom Sinn her früheren Fahrlizenzen der Klasse 3 und berechtigt vor allem zum Führen von Pkw - mit einem Unterschied: Bis zur Einführung dieser Lizenz erlaubte die Vorgänger-Lizenz das Führen von Fahrzeugen bis zu einem Gewicht von 7,5 Tonnen und damit auch eines stattlichen Feuerwehrfahrzeugs.

Nun aber sehen sich die Hilfs- und Rettungsorganisationen einem in Zukunft noch stark wachsenden Problem ausgesetzt. Die Inhaber der alten Fahrlizenzen sind heute noch oft erreichbar und können sich an die Lenkräder setzen, um mit Blaulicht und Tatü-tata die Fahrzeuge möglichst schnell zum Einsatzort zu bewegen. Doch der Nachwuchs wird sich in dieser Beziehung nicht mehr so leichttun.

«Das ist bereits ein Problem, und es wird sich in Zukunft noch verstärken», sagt Silvia Darmstädter, Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) in Berlin. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) steht man vor ähnlichen Schwierigkeiten - schließlich sind hier nicht nur die noch vergleichsweise leichten Rettungswagen im Einsatz, sondern auch schwereres Gerät für den Katastrophenschutz. «Wir haben Probleme, Nachwuchs mit dem entsprechenden Führerschein zu finden», sagt Udo Bangerter, Sprecher des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg.

Lesen Sie auf Seite 2, was getan werden könnte, damit der Nachwuchs nicht länger ausgebremst wird

Nun gibt es verschiedene Forderungen und Ideen, wie sich die Sache aus der Welt schaffen ließe. Da werden etwa die Gemeinden aufgefordert, dem Nachwuchs Zuschüsse zu geben oder besser noch die gesamten Kosten für einen echten Lkw-Führerschein zu übernehmen. Auf der anderen Seite gibt es laut DFV auch Initiativen, das Gewichtslimit im Führerschein für spezielle Einsatzzwecke wie eben bei der Feuerwehr auf 4,25 Tonnen zu erhöhen. Damit ließen sich dann zumindest einige größere Einsatzfahrzeuge bewegen.

Große Chancen werden solchen Bestrebungen allerdings nicht eingeräumt, auch einige Automobilclubs sehen diese Anliegen eher kritisch. «Fahrer eines Feuerwehrfahrzeugs haben eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe», sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Da die Einsätze oft mit hohem Tempo gefahren werden und ein Gefährt im Lkw-Format andere Ansprüche an den Lenker stellt als ein herkömmlicher Pkw, sei auch eine spezielle Schulung notwendig, wie sie zum Beispiel bei Anwärtern einer Lastwagen-Lizenz üblich sei.

Beim Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main sieht man es ähnlich: «Bei solchen Einsätzen handelt es sich um Extremsituationen», sagt AvD-Sprecherin Sabine Götz. «Wir würden es daher begrüßen, wenn die Kommunen die Führerscheine bezuschussen oder die Kosten übernehmen.»

Etwas differenzierter sieht dagegen Volker Lempp das Thema, vor allem auch im Hinblick auf Ausnahmeregelungen und die möglichen Folgen, wenn es an Fahrern fehlt: «Natürlich ist es problematisch, bei den Fahrerlaubnisklassen unterschiedliche Maßstäbe anzulegen, je nachdem, ob Fahrzeuge privat oder beruflich genutzt werden», so der Verkehrsjurist des Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. «In besonderen Fällen müssen jedoch Ausnahmen möglich sein.»

Voraussetzungen wären laut Lempp unter anderem entsprechende Schulungs- und Kontrollmaßnahmen. «Schließlich geht es im Ernstfall um den Schutz von Menschenleben und hohen Sachwerten.» Den meisten Opfern eines Unglücks dürfte es zudem ziemlich egal sein, welchen Führerschein der Retter besitzt - Hauptsache, er kommt rechtzeitig.

Mit dem neuen Fahrerlaubnisrecht wurden 1999 die Führerscheinklassen neu geordnet. Die frühere Klasse 3 für Pkw und Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen wurde von der neuen Klasse B ersetzt - die sieht jedoch nur noch Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen vor. Für Halter einer vor dem 1. Januar 1999 erworbenen Fahrerlaubnis gibt es eine sogenannte Bestandsschutzregelung: Sie dürfen weiterhin die in ihren Lizenzen ursprünglich erlaubten Fahrzeuge fahren.

fme
Leserkommentare (4) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Robby
  • Kommentar 4
  • 22.08.2011 17:08
 Antwort auf Kommentar 3

Tja Rudi, hättest Du in Deiner Jugend nicht so viel Scheisse gebaut, dann dürftest Du jetzt Auto fahren ... ;-) Meld Dich mal, mfG, Robby.

jetzt antwortenKommentar melden
  • Rudi Zajonz
  • Kommentar 3
  • 04.05.2011 04:42
 

Ist eh eine Frechheit,daß so Ärsche hier einen auf Proll machen wollen und uns immer mehr in unserer Lebensweise schneiden! WER GIBT DENEN DAS RECHT,MIR DIES ZU VERBIETEN UND DEM ZU ERLAUBEN? Ich hab als Deutscher ja wohl auch das gleiche Recht dazu wie der der das darf oder?! Nur weil ich 67er bin ist es mir verboten ein Mofa zu fahren aber der Depp der 61 geboren ist der darf ohne Lappen fahren??? Was das denn für eine Politik? Ich komme nicht zur Arbeit da ich keinen Fahrer dafür habe,könnte ja selbst hinfahren komm dafür aber dann in Knast da Fahren ohne ja für die Existenz falsch ist.GRUß

jetzt antwortenKommentar melden
  • rolf jahraus
  • Kommentar 2
  • 26.05.2010 21:56
 

in BW wird über einen sogenannten feuerwehr führerschein nachgedacht.der dem fahrer eines pkw im ernstfall dann erlauben würde,einen lkw bis 7,5t zu lenken.das problem bei der sache ist aber das nur noch kleinere wehren über solche fzg verfügen.die immer neueren anforderungen,die wir helfer bei einem einsatz entgegensehen.zwingen ja förmlich nach mehr beladung und somit wieder auch um grössere und schwerere fzg.was das problem auch wieder nicht lösen wird

jetzt antwortenKommentar melden
  • horst starke
  • Kommentar 1
  • 23.03.2010 20:39
 

unssere gesetze werden von holköpfen gemacht ohne nachzu denken wenn die feinen herren noch nicht einmal wissen wie viel nullen eine million hat das muß doch zudenken geben

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'

Nachwuchsproblem: Führerscheinregel bremst junge Helfer aus » Auto » Nachrichten

URL : http://www.news.de/auto/720658123/fuehrerscheinregel-bremst-junge-helfer-aus/1/

Schlagworte:

Aber , ACE , ADAC-Sprecher , ADAC-Stichprobe , Alten , Anlass , Anliegen , Anwärtern , Aufgabe , Ausnahmen , Ausnahmeregelungen , Auto , Autofahrer , Automobilclub , Automobilclubs , AvD , AvD-Sprecherin , BE , Begrüßen , Beispiel , Belgien Sabine , Berlin Entsprechende , Berlin Frankfurt , Berlin Kosten , Berlin München , Berlin Stuttgart , Berlin Ursprünglich , Beruflich , Besitzer , Besitzt , Besonderen , Besser-Wisser , Besser-Wissern , Bestrebungen , Bewegen , Beziehung , Blaulicht , Bremst , Chancen , Club , Club-Chef , Club-Gründer , Deutschen , Deutschland , DFV , DRK , Echten , Egal , Einsatz , Einsatzort , Einsatzzwecke , Entsprechende , Entspricht , Ernstfall , Ersetzt , EU-Kreisen , EU-kritischen , EU-Label , EU-Minister , EU-Ministern , EU-Ratspräsident , EU-Ratsvorsitzende , EU-Reformvertrag , EU-Verträge , Europa , Fahren , Fahrer , Fahrerlaubnis , Fahrern , Fahrzeuge , Fahrzeugen , Fehlt , Feuerwehr , Florenz Anlass , Folgen , Forderungen , Format , FR , Frankfurt , Frischer , Führerschein , Führerscheins , Garçons , Gefahren , Gefährte , Gemeinden , Geordnet , Gesamtgewicht , Gewicht , Gewichtslimit , Gilt , Gr , Große , Größere , Halter , Handelt , Haupt , Hauptsache , Heide Sprecher , Heiko Hesse , Heiko Schwarz , Heiko Westermann , Helfer , Hendrik Große , Her , Here , Hilfskräfte , Hinblick , Hohem , Ideen , Inhaber , Initiativen , Januar , Junge , Katastrophenschutz , Klasse , Kommunen , Kontrollmaßnahmen , Kosten , Kreuz , Kritisch , Land Probleme , Länder Ausnahmeregelungen , Länder Gemeinden , Lempp , Lenken , Lenker , Lich , Lisa Maurer , Lizenz , Lizenzen , Lkw , LKW-Maut , Main Großes , Marko Ursprünglich , Maximilian Arnold , Maximilian Benassi , Maximilian Ganser , Maximilian Holst , Maximilian Kolditz , Maximilian Maurer , Maximilian Mustermann , Maximilian Riedmüller , Maximilian Riethmüller , Maximilian Stark , Menschenleben , München-Stadelheim , Nachwuchs , Nachwuchsproblem , Nahen , Nord Bremst , Norman Sinn , Notwendig , Obergrenze , Opfern , Pkw , Privat , Problem , Problematisch , Probleme , Rae Beziehung , Raphaela Maurer , Rechtzeitig , Ren , Retter , Rettungskräfte , Rettungswagen , Richter Volker , Roten , Sabine Bieber , Sabine Bleumortier , Sabine Bretschneider , Sabine Eckert , Sabine Englert , Sabine Goller , Sabine Götz , Sabine Karkó , Sabine Lisickis , Sabine LisickiTwitter-Account , Sabine Nold , Sabine Vogelsang , Sabine Yacoub , Sabine Zimmermann , Sache , Sachwerten , Schaffen , Schulung , Schutz , Schwierigkeiten , Silvia Albano , Silvia Bächli , Silvia Darmstädter , Silvia Neids , Silvia Renate , Sinn , Sogenannte , Sorge , Spezielle , Sprecher , Sprecherin , Stark , Stellt , Stuttgart , Tempo , Thema , Tonnen , Tor Unterschied , Übernehmen , Üblich , Udo Bullmann , Udo Deutschland , Udo Kornmeier , Udo Röbel , Udo Steiner , Udo Timm , Unerwartet , Unterschied , Unterschiedliche , Verantwortungsvolle , Vergleichsweise , Verkehr , Verkehrsjurist , Verschiedene , Volker Albus , Volker Böttcher , Volker Budach , Volker Hoffmann , Volker Lempp , Volker Ratzmann , Volker Schlöndorffs , Volker Struth , Volker Weber , Voraussetzungen , Welt , Ziemlich , Zukunft , Zulässigen , Zumindest ,
Wir empfehlen
Anzeige
Partnerangebot
Gebrauchtwagenbörse
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige