Bond mal kompakt Mein Name ist Ka, Ford Ka

James Bond hängt schwer an seinem Aston Martin. Im neuen Film muss er zwischenzeitlich trotzdem auf einen Ford Ka umsteigen. Dass 007 ein ganz normales Auto bewegt, ist aber gar nicht so selten.

Mein Name ist Ka. Ford Ka (Foto)
Der Ka schnuppert staubige Geheimagentenluft. Bild: news.de

Eines Tages klingelte bei Matthias Tonn das Telefon. «Du musst uns drei Autos für den neuen James-Bond-Film bauen», teilte man dem Chefingenieur des neuen Ford Ka mit. «Da ist natürlich ein Traum wahr geworden», erzählt Tonn. Im neuen Bond-Streifen Quantum of Solace dürfen die Zuschauer entscheiden, wessen Hüftschwung attraktiver ist: Der von Super-Model Olga Kurylenko alias Bond-Girl Camille oder der ihres goldenen Ford Ka.

Matthias Tonn musste sich mit seiner Mannschaft mächtig ins Zeug legen. Als die Autos fertig waren, wurden sie zu den Dreharbeiten nach Panama verschifft. Das extravagante Design mit der goldenen Lackierung und den tatooartigen Mustern wurde im europäischen Ford-Designzentrum entworfen - zusammen mit Dennis Gassner, dem Produktionsdesigner des neuen Bond-Abenteuers.

Damit sich Olga Kurylenko beim Dreh nicht auch noch aufs Schalten konzentrieren musste, stattete Ford den Ka mit einer Automatik aus (im Serienmodell gibt es nur ein Schaltgetriebe). «Es war auch wichtig, dass eine Klimaanlage an Bord war», erzählt Matthias Tonn. Schließlich wird es durch all die Scheinwerfer richtig heiß am Set. Zur Unterstützung des Filmteams stellte Ford extra einen Ingenieur ab.

Die Zusammenarbeit der Marke Ford mit den Bond-Machern ist nichts Neues. Legendär wurde die Verfolgungsjagd in Diamantenfieber durch Las Vegas mit einem roten 71er Mustang Mach 1. In Casino Royale feierte neben Daniel Craig der damals nagelneue Ford Mondeo sein Debüt, in Stirb an einem anderen Tag steurte Halle Berry einen Thunderbird.

Beide Autos waren nur für wenige Augenblicke auf der Leinwand zu sehen. Doch in einem Bond-Film zählt eben: Dabei sein ist alles und der Werbeeffekt enorm. An den Lotus Esprit etwa würde sich heute vielleicht niemand mehr erinnern, wenn er sich nicht in Der Spion, der mich liebte als Agenten-Flitzer mit integrierter U-Boot-Option von seiner besten Seite hätte zeigen können.

Natürlich wird der Aston Martin DB5 für immer der berühmteste Dienstwagen des Geheimagenten bleiben. Und auch in Quantum of Solace liefert sich Bond in einem Aston Martin DBS wilde Verfolgungsjagden. Doch schon oft musste 007 vom Aston Martin-, Lotus- und Bentley-Olymp herabsteigen und sich wie alle anderen Menschen auch in ganz ordinäre Fortbewegungsmittel quetschen.

Die Underdogs der Bond-Fahrzeuge

Sunbeam Alpine in James Bond jagt Dr. No: Das allererste Fahrzeug, das Sean Connery als 007 auf der Kinoleinwand fährt, ist ein Mietwagen. Immerhin kann Bond in dem kleinen Briten-Roadster auf Jamaika die Bösewichter abschütteln, die (passenderweise in einem Leichenwagen) zu ihrer eigenen Beerdigung in den Abgrund stürzen.

Renault 11 in Im Angesicht des Todes: Als 007 alias Roger Moore eine Attentäterin verfolgt, die gerade per Fallschirm vom Eiffelturm gesprungen ist, muss er auf ein gewöhnliches Pariser Taxi zurückgreifen. Im Lauf der Jagd verliert der Renault zuerst das Dach und wird dann auch noch in zwei Teile gespalten. Aber solange es Frontantrieb hat, kann Bond ein Auto auch mit zwei Rädern weiterfahren.

ZAZ 965-A in Goldeneye: In Moskau wird Bond (Pierce Brosnan) von einem CIA-Agenten abgeholt. Doch während 007 wahrscheinlich eine Stretch-Limo mit Martini-Bar und vielen hübschen Frauen erwartet hat, muss er es sich in einem verbeulten russischen Kleinwagen von der Größe eines Fiat 600 (un)gemütlich machen. Der Motor des ZAZ saß übrigens wie beim Käfer im Heck.

Tuk-Tuk-Taxi in Octopussy: Was für Millionen Inder gut ist, kann für Bond ja wohl nicht schlecht sein. Bei seinem Indien-Abenteuer wird Bond (Roger Moore) auf dem Tuk-Tuk von Bösewichtern verfolgt. Zum Glück hat seine dreirädrige Motorradrikscha ein paar PS mehr als die Standardversion und kann sogar auf den Hinterrädern fahren.

Citroën 2CV in In tödlicher Mission: Was für ein Abstieg! Gerade noch im Lotus Esprit unterwegs, soll 007 (Roger Moore) auf die Ente von Melina Havelock (Carole Bouquet) umsatteln. Bei der wilden Hatz im Gebirge muss die Ente einen Kugelhagel, Überschläge und zahllose Rammstöße über sich ergehen lassen. Doch sie fährt am Ende immer noch. Citroën war erfreut über die Agenten-PR und brachte sogar eine Enten-Sonderserie mit 007-Logo und Einschusslöchern zum Aufkleben heraus.

ped

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