Neuwagenmarkt Rekordrabatte im Autohaus

DEU Finanzmaerkte Auto Rabatt (Foto)
Viele Neuwagen, kaum Kunden - die Preise sinken. Bild: ap

Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Die Rezessionsangst macht's möglich: Bei neuen Autos sind gerade jetzt ordentliche Nachlässe drin, weil die Autohäuser unter massivem Verkaufsdruck stehen. Bis zu 30 Prozent Rabatt sind machbar.

Börsenexperten predigen es unter dem sperrigen Begriff antizyklisches Verhalten, was soviel wie «macht es anders» heißt. Wenn sich alle fürchten, sollte man besonders mutig sein, weil in schlechten Zeiten die attraktivsten Schnäppchen winken. Denn bricht die Nachfrage weg, sinkt automatisch auch der Preis. Wer also schon länger plant, sich ein neues Auto zu kaufen, sollte in den nächsten Wochen zuschlagen.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit Rekordrabatten auf Neuwagen. Das bereits hohe durchschnittliche Rabattniveau von 16,5 Prozent werde in den nächsten drei Monaten auf knapp 20 Prozent steigen, sagte Dudenhöffer der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Dagegen würden Leasingangebote aufgrund der Krise der Kreditinstitute teurer, sagte Dudenhöffer. Es werde sie weiter geben, aber es werde schwieriger, sie zu bekommen, weil die Banken die Anforderungen an die Bonität hochschraubten. Es gehe in Richtung 50-prozentige Anzahlung.

Schon jetzt gebe es bei einzelnen Marken, angeführt von Citroën, Nachlässe bis 30 Prozent auf Neuwagen. Die Rabattschlacht ist eröffnet, in ihrer Not überbieten sich die Automarken um die Gunst der Kunden. Kia verschenkt Käufern eines Neuwagens eine Tankkarte, mit der sie im Wert von 3000 Euro tanken können. Die Karte gilt ein Jahr lang. Außerdem gewähren die Koreaner auf ihren Kompaktwagen Ceed oder den SUV Sportage sieben Jahre Garantie.

Noch aggressiver versucht Toyota, potenzielle Käufer in die Autohäuser zu locken. Hier soll der Kunde den Preis für sein neues Auto einfach selbst bestimmen, dann wird verhandelt. Extreme Vergünstigungen stellt auch Fiat in Aussicht: Die Italiener nehmen den Alten in Zahlung, der Neue muss erst ein Jahr später bezahlt werden. Dabei werden weder eine Anzahlung noch Zinsen fällig – und beim Bravo und Panda gibt es noch fünf Jahre oder 500.000 Kilometer Garantie.

Lesen Sie auf Seite 2, wie man beim Autokauf richtig handelt

Der Zeitpunkt ist also günstig - doch wie kommt man an den niedrigsten Preis? Vielen Menschen fällt es schwer, mit dem Verkäufer um jeden Euro zu feilschen. Dabei gehen die Autohäuser bei ihrer Kalkulation schon von Rabatten aus – wer nicht handelt, verschenkt also bares Geld. Alles, was es braucht, ist etwas Mut und die Beachtung einiger Regeln.

Grundvoraussetzung für das Schnäppchen ist eine gute Vorbereitung. Zunächst sollten Sie sich im Klaren sein, wie viel Sie bereit sind, für das Auto zu zahlen. Als Orientierung dienen hier die Preislisten, von denen man einfach in der derzeitigen Situation 20 Prozent abziehen sollte. Weil Händler nicht nur Nachlässe über den Preis, sondern auch die Ausstattung gewähren, sollte man sich schon vorher überlegt haben, welche Extras notwendig sind und welche nicht.

Beim Verkaufsgespräch ist dennoch Achtung geboten, denn Autoverkäufer sind gestandene Verhandlungsprofis. Ausgeliefert ist man ihnen jedoch nicht, wenn man ein paar Dinge beachtet. Dazu gehört es, nie zu zeigen, dass man den Wagen unbedingt haben will. Weiß der Verkäufer, dass es sich um den Traumwagen handelt, wird er wohl kaum mit dem Preis heruntergehen. Häufig wirkt es Wunder, mehrere Angebote verschiedener Händler vorliegen zu haben. Damit können Sie die Verkäufer gegenseitig ausspielen, denn bevor ein potenzieller Kunde zur Konkurrenz geht, schrauben Verkäufer im Zweifelsfall noch einmal den Preis nach unten.

Achtung Anfängerfehler: Nicht selten haben Autokäufer bereits verloren, weil sie gleich ihre tatsächliche Schmerzgrenze nennen. Verhandlungsprofis lassen sich nicht in die Karten Blicken und steigen bei den Preisverhandlungen mit einem geringeren Angebot ein. Denn nur wer frech ist, bekommt einen günstigen Preis.

Die Verhandlungen können sich ruhig ein bisschen hinziehen – schließlich geht es um eine Menge Geld. Deswegen gilt: Hartnäckig bleiben und nicht zu früh nachgeben. Doch woran merkt man eigentlich, ob dass das Gespräch gut läuft? Grundsätzlich ist man auf dem richtigen Weg, wenn der Händler bei seinem Angebot mehrfach nachlegen muss.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es am besten ist, zu zweit bei den Gesprächen zu erscheinen. Dabei lassen sich unbewusste Geschlechtermuster nutzen: Während einige Verkäufer der Kumpeltyp sind und Männern bessere Preise machen, sind andere eher bereit, Frauen die Rabatte einzuräumen.

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