Chevrolet Aveo Amerikaner ohne Zuckerguss

Reine Lehre: Kein Schnickschnack, kein Luxus, keine Extravaganz. Durchschnitt eben. (Foto)
Reine Lehre: Kein Schnickschnack, kein Luxus, keine Extravaganz. Durchschnitt eben. Bild: press-inform

Pur. Rein. Durchschnitt. «Get Real» lautet der Werbespruch für den Chevrolet Aveo. Und das bietet er auch: nüchterne Hausmannskost für den Alltag. Verarbeitung, Preis-Leistungsverhältnis und Fahreigenschaften sind in Ordnung. Mehr nicht.

Chevrolet kann sich zurzeit nicht beklagen. Die Marke hat ihre Verkaufszahlen im vergangenen Jahr um fast 10 Prozent gesteigert und stemmte sich damit erfolgreich gegen den Schwund auf dem Gesamtmarkt.

Bis 2012 soll die Modellpalette rundum erneuert werden. Als Image-Zugpferd mit guten Verkaufszahlen hat sich der Geländewagen Captiva erwiesen, während das Opel-Schwestermodell Antara bislang hinter den Erwartungen zurückblieb.

Ihre amerikanischen Wurzeln will die Marke Chevrolet in Zukunft stärker betonen. Nach dem Spaßkreuzer HHR kommt auch der Retro-Musclecar Camaro nach Deutschland. Die restliche Modellpalette ist auf den europäischen Markt zugeschnitten. Große Hoffnungen setzt Chevrolet auf den Aveo, der nach dem Stufenheck auch als Steilheck mit fünf oder drei Türen zu haben ist.

Der Wagen ist eine aufgefrischte Version des Vorgängermodells Kalos. Beim Aveo zeigt sich der amerikanische Einschlag nur zaghaft. Die falschen Lufteinlässe vor der A-Säule mag man deplaziert finden, im amerikanischen Autobau haben solche Design-Spielereien lange Tradition.

Das Aveo-Cockpit ist nüchtern, aber immer noch freundlicher gestaltet als die Plastikwüsten eines Citroën C1 oder Renault Twingo. Die weit öffnenden Türen sorgen für einen bequemen Einstieg. Die Armaturen lassen sich gut ablesen, die Bedienung ist einfach.

Die Verarbeitung wirkt solide, wenn man von Ausreißern wie einem wackligen Brillenfach über der Fahrertür absieht. Das Platzangebot ist ordentlich, mit der Kopffreiheit kann man auch im Dreitürer gut leben. Der Kofferraum fasst 220 Liter. Zur Frischluftzufuhr stehen den Fond-Passagieren Ausstellfenster zur Verfügung.

In den meisten Disziplinen erweist sich der Aveo als Durchschnittsauto, das wenige Dinge besser, aber auch kaum schlechter macht als die Konkurrenz. Die Fünfgangschaltung ist ein bisschen schwammig, in Kurven wankt der Wagen ein wenig, die Lenkung vermittelt keinen besonders guten Kontakt zur Fahrbahn.

Doch der kleine Euro-Ami bleibt gutmütig und beherrschbar, auch wenn er in schnellen Kurven gern über die Vorderräder nach außen schiebt. ESP soll es erst in der nächsten Aveo-Generation geben, die in rund zwei Jahren an den Start geht. Nerviges Detail am Rande: Wenn der Scheibenwischer in Betrieb ist, lässt sich deutlich das Geräusch seines Motors vernehmen.

Als Basismotor des Aveo dient ein 1,2 Liter großer Vierzylinder, der jetzt immerhin über zwei oben liegende Nockenwellen verfügt. Seine 84 PS merkt man dem Motor aber nicht an. In der City wirkt zum Beispiel der PS-schwächere Daihatsu Cuore spritziger. Trotz einer gewissen Zähigkeit eignet sich der kleine Chevy gut zum Mitschwimmen auf der Autobahn und auch die Höchstgeschwindigkeit von 170 Kilometern pro Stunde ist ohne allzu viel Anlauf erreichbar.

Der Motor wird selbst bei höherem Tempo nicht unangenehm laut. Der Wagen liegt dabei ruhig auf der Straße und ist komfortabel gefedert. Den Durchschnittsverbrauch des Aveo 1.2 gibt Chevrolet mit 5,5 Litern an. Manch andere City-Zwerge, etwa der Cuore oder der C1, sind da geiziger mit dem Sprit.

Wie alle Chevy-Modelle ist auch der Aveo ab Werk mit einer Autogasanlage zu haben. Außerdem steht der 98 PS starke 1,4-Liter Vierzylinder zur Verfügung. Einen Dieselmotor wird es vorerst nicht geben.

Die Ausstattung des Aveo entspricht dem Klassenstandard, dazu gehören Front- und Seitenairbags, elektrische Fensterheber und ein CD-Radio. Eine Klimaanlage ist erst in der LS-Ausstattung gegen Aufpreis zu haben, im LT (13.490 Euro) ist die Klimaautomatik serienmäßig an Bord. Mit einem Basispreis von 9990 Euro liegt der Aveo auf dem Niveau seiner Konkurrenten, zum Beispiel dem Renault Twingo, Citroën C1 oder dem Duo Suzuki Splash/Opel Agila.

Weiterführende Links:

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Aus dem Netz:

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sgo/aro/news.de/pi

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