Mercedes CLS, Passat CC, Maserati Quattroporte. Auch Audi hat jetzt seine viertürige Coupé-Limousine, den A5 Sportback. Schön: Der Wagen kombiniert die Eleganz des A5 mit der Alltagstauglichkeit des A4. Schade: Die Ausstattung liegt nur auf Golf-Niveau.
Manche Autos sieht man am liebsten von hinten. «Natürlich ist sein Heck die Schokoladenseite», sagt denn auch Audis Chefdesigner Stefan Sielaff über den A5 Sportback und erklärt, woher die Inspiration gekommen sei: Vom Audi 100 S Coupé, der mit seiner eleganten Bogenzeichnung am Heck 1969 bewies, dass ein Audi auch emotional sein konnte.
Die elegant abfallende Dachlinie hat aber auch Nachteile - die Kopffreiheit des 4,7 Meter langen und 1,4 Meter hohen Wagens ist im Fond für große Passagiere nicht sehr üppig. Die rahmenlosen Scheiben unterstreichen den Coupé-Charakter, bei den hinteren Türen lassen sie sich aber nicht vollständig versenken. Die Kofferraumklappe schwingt weit nach oben, dahinter wartet Platz für 480 Liter Gepäck. Wenn man die Rücksitze umklappt, sind es 980 Liter.
Der Basismotor 2.0 TFSI leistet 180 PS. Weitere Motorisierungen sind der 2.0 TFSI mit 211 PS (42.150 Euro) und der 3.2 FSI quattro mit Siebengangautomatik (265 PS, 47.000 Euro). Die Diesel-Palette reicht vom 2.0 TDI mit 170 PS (36.050 Euro) über den 2.7 TDI (190 PS, 39.300 Euro) bis zum 3.0 TDI quattro mit Siebengangautomatik (240 PS, 47.950 Euro). Wir haben den Basisbenziner mit Frontantrieb und Sechsganghandschaltung sowie den Dreiliterdiesel mit Allradantrieb und Automatikgetriebe ausprobiert.
Schon mit 180 PS ist der Wagen ordentlich motorisiert und kommt dank rascher Aufladung gut aus dem Drehzahlkeller. Wenn das adaptive Fahrwerk nicht an Bord ist, ist der Audi eher komfortabel als sportlich abgestimmt. Zumindest auf trockener Straße gibt es keine Traktionsprobleme. Wer viel Wert auf Fahrspaß legt, ist mit Allradantrieb trotzdem besser bedient.
Der 1,7 Tonnen schwere 3.0 TDI quattro zirkelt präzise durch die Kurven. Optional gibt es ein Sportdifferenzial für die Hinterachse, das fast das ganze Drehmoment an ein einzelnes Rad schicken kann. Damit wird die Spurtreue in schnellen Kurven weiter verbessert. Der kräftige Dreiliterdiesel eignet sich dank 500 Newtonmetern Drehmoment bei akzeptablem Durchschnittsverbrauch (Werksangabe: 6,6 Liter pro 100 Kilometer) perfekt zum zügigen Reisen.
Das optionale «Drive Select»-System stimmt unter anderem die adaptiven Stoßdämpfer, die Gasannahme und die Lenkkräfte je nach gewünschtem Modus (Komfort, Auto, Individual oder Dynamic) auf eher gemütliches oder sportliches Fahren ab.
Die Serienausstattung des Audi A5 Sportback bringen bereits viele Mittelklassewagen mit. Zumindest eine elektrische Sitzverstellung würde dem Ingolstädter Komfortkreuzer als Serienausstattung gut zu Gesicht stehen. Die Liste der Extras ist dementsprechend lang: Xenon-Scheinwerfer, adaptives Fahrwerk, Abstandstempomat, Navigationssystem oder Sportdifferenzial dürften bei vielen Käufern den Grundpreis kräftig in die Höhe treiben.
In Sachen Verbrauchsreduzierung folgt Audi dem Beispiel von BMW: Alle Vierzylinder-Handschalter sind serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik ausgerüstet, dazu gibt es ein System zur Bremsenergierückgewinnung bei allen Modellen. Audi hofft, im ersten vollen Verkaufsjahr 2010 weltweit zwischen 40.000 und 50.000 Sportbacks verkaufen zu können.
Die A5-Modellpalette ist damit komplett, weitere Karosserievarianten sind nicht geplant. Eine S5-Version des Limousinen-Coupés soll es aber im nächsten Jahr geben, die wahrscheinlich wie im A5 Coupé 353 PS leisten wird. Auch nach unten will Audi die Palette abrunden: mit einem 143 PS-Diesel und ab 2010 mit dem vom normalen A5 bekannten 160 PS-Benziner als neuen Einstiegsmodellen.
Weiterführende Links:
100 Jahre Audi: Man gönnt sich ja sonst nichts
Stier für Vier: Lamborghinis Coupé-Coup
Porsche Panamera Turbo: 911 für 4
Maserati GTS Automatic: Opernarie im Heck
Aus dem Netz:
Das «Manager Magazin» berichtet über Audis Geburtstag und die Vorstellung des A5 Sportback
sgo/fme/news.de/pi